Mit Rückenwind aufs Fahrrad - FWU Sulzbach-Rosenberg

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Mit Rückenwind aufs Fahrrad

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Mit Rückenwind aufs Fahrrad
FWU lud zum E-Bike-Vortrag ein

Sulzbach-Rosenberg. (wau) "Wenn es das schon früher gegeben hätte, ein Zweitauto hätte man sich ersparen können." Dieser Meinung waren die vielen Zuhörer beim Vortragsabend der Freien Wähler Umland Sulzbach-Rosenberg im Gasthof Bartl am Feuerhof zum Thema Radfahren mit "Rückenwind". Referent Herbert Übelacker informierte zusammen mit seinem Sohn Michael rund ums elektrisch angetriebene Trekking- und Mountainbike. An aktuellen Modellen der Saison 2015 konnten die theoretischen Inhalte praxisnah ergänzt werden.

Der Referent Herbert Übelacker, ehemals freier Mitarbeiter der überregional im deutschsprachigen Raum erscheinenden Fachzeitschrift "Bikesport" im Bereich Test und Technik, weiß worauf es bei der Anschaffung nicht nur eines E-Bikes ankommt, denn 18 Jahre lang war er auch Vorsitzender des RSC Neukirchen, früher erfolgreicher Mountainbiker, zweimal Bayernmeister der Senioren und deutscher Vizemeister. Das Lehrteam für Radsport an bayerischen Schulen leitete er über mehr als zwanzig Jahre.

"Das Radwegenetz wird immer mehr erweitert, mittlerweile gibt es auch viele Routen für die neuen elektrischen Fahrräder", informierte Michael Übelacker und teilte Fahrradwegepläne aus.

Umgangssprachlich als E-Bikes bezeichnet, handelt es sich bei den meisten Fahrrädern mit Elektromotor um sogenannte "Pedelecs". Diese Wortkombination aus "in die Pedale treten" und "elektrisch" unterstreicht die Tatsache, dass ein derartiges Rad nur elektrisch unterstützt, wenn tatsächlich getreten wird. Dabei darf der Elektromotor nicht mehr als 250 Watt aufnehmen und wird bei Erreichen von 25 km/h automatisch ausgekoppelt. Bei schnelleren Geschwindigkeiten muss der Radfahrer auf die elektrische Unterstützung verzichten. So reglementiert gilt das Pedelec nach der StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung) in Deutschland noch als Fahrrad und ist damit ohne Führerschein und Versicherungskennzeichen zu fahren. Helmpflicht besteht nicht, wobei die beiden Referenten eindringlich das Tragen eines Fahrradhelms oder bei Bedarf Warnweste empfehlen. Der Helm sollte nicht älter als fünf Jahre sein, da das Ausdünsten der Weichmacher aus der Styroporschale sonst die Dämpfungseigenschaften zunichtemachen.

Moderne Pedelecs verfügen über einen Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 400 Wh und darüber. Je nach gewählter Unterstützungsstufe, und besonders abhängig vom Streckenprofil, ermöglichen sie als zuverlässige und langlebige Energiespeicher ohne Memoryeffekt oder geringster Selbstentladung in Verbindung mit einem 36-Volt-Motor eine Reichweite von mehr als einhundert Kilometern mit einer Ladung. Akkuhersteller garantieren mittlerweile bei vorschriftsmäßiger Handhabung 500 Ladezyklen, was einer Laufleistung von über 50000 km entspricht. Übelacker betonte, dass der neue Akku die ersten drei Mal bis auf etwa 20% seiner Kapazität heruntergefahren werden sollte, bevor aufgeladen wird. Vor zu starker Entladung schützt sich der Akku durch Abschaltung der Stromzufuhr zum Motor.

Den früher üblichen und heute noch in den einfachen Rädern verbauten Frontmotor hat mittlerweile der Tretlagermotor abgelöst. Damit liegt der Schwerpunkt des Rads zentral und führt zu einem ausgewogenen Fahrverhalten. Aber auch die Lage des Akkus beeinflusst die Gewichtsverteilung am Rad erheblich. Häufig sind die Akkus am Gepäckträger montiert, können aber auch vor beziehungsweise hinter dem Sattelrohr oder im Bereich des Flaschenhalters am Unterrohr angebracht sein. Letztere Anbringungsart findet man an E-MTBs sowie an Herren- und Damenversionen mit Trapezrahmen.

Nach unterschiedlichsten Fragen seitens der Zuhörer wurden auch die Themenbereiche "optimale Sitzposition, Schaltung, Bremsen, Beleuchtung oder der sichere Transport auf einem Heckträger" angesprochen. Speziell zur Schiebehilfe konnte Übelacker Entwarnung geben, denn ie Regelung, dass eine Anfahr- oder Schiebehilfe einen Mofaführerschein notwendig macht, wenn man nach dem 31.03.1965 geboren ist, gilt seit dem 21.06.2013 nicht mehr.

"Was den innerstädtischen Bedarf an `Ladestationen´ betrifft, steht dieses Thema immer wieder auf der Stadtratssitzungen-Agenda", so Peter Bruckner, Fraktionsvorsitzender der FWU-Stadträte mit seinen Kollegen Helmut Pilhofer und Thomas Stubenvoll. "Erobern Sie mit dem Fahrrad unsere Region, dann haben Sie gleichzeitig Sport und frische Luft. Radfahren ist allerdings gar nicht so ungefährlich. Deshalb scheuen Sie sich nicht, sich von `Radprofis´ wieder einweisen zu lassen, vor allem im E-Bike-Bereich. Das Tempo der E-Bikes wird oft unterschätzt. Sicherheit geht vor. Gut vorbereitet behalten Sie im Straßenverkehr den Weitblick." 
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